Erst sichern, dann starten!

Zielgruppen

Wer trägt die Verantwortung für die Ladungssicherung?

Angebote für Kraftfahrer

Die Kernzielgruppe der Kraftfahrer zeichnet sich durch praktische Erfahrung und einen Hang zur Selbstüberschätzung bei der Beherrschung der Fahrzeuge in schwierigen Situationen aus. Hier gilt es bei allen Fahrsicherheitstrainings die Balance zwischen theoretischem Fachwissen - klassisch lehrerhafter Unterweisung - und praktischem Know-how - gewonnene Erfahrung - zu wahren, was ein großes psychologisches Einfühlungsvermögen voraussetzt. Persönlichkeitsmerkmale in Verbindung mit der Ausstattung des jeweiligen Fahrzeugs (ABS, EPS, Grenzen der Fahrphysik, etc.) bestimmen die Art der Trainings und müssen bei der Ladungssicherung zusätzlich nach den unterschiedlichsten Gegebenheiten des jeweiligen Transports gebündelt werden. Beispielsweise lässt sich die Ladungssicherung von Fensterscheiben auf Spezialtransportern nicht mit dem Milchtransport in ländlichen Regionen vergleichen, auch wenn die theoretischen Schulungen auf den gleichen Grundlagen beruhen. Hier bedarf es zukünftig einer Differenzierung der Schulungsinhalte, der -angebote und ihrer praktischen Umsetzungen, die die derzeitigen und zukünftigen Transportmittel und -arten umfassen. Erst dann wird der jeweilige Fahrer sich bei der Unterweisung zur Ladungssicherung wiederfinden, sich identifizieren und das Gelernte in den Arbeitsalltag mit übernehmen.

Angebote für Busfahrer

Die gleichen Annahmen, die in Bezug zu den Kraftfahrern gelten, treffen in erhöhtem Maße auch auf die Busfahrer zu. Ladungssicherung schließt auch den Transport von Menschen ein, was sich von dem Gruppentransport bis zum Einzeltransport von Behinderten erstreckt.

Angebote für Logistiker

In der Praxis werden die Verantwortlichen für die Bereitstellung der Waren oft aus den Kraftfahrern rekrutiert. Diese möchten trotz ihrer Inhouse-Funktion verbunden mit mangelnder Fahrpraxis ihren LKW-Führerschein behalten und stellen somit im Rahmen der Kraftfahrweiterbildung ein besonderes Klientel dar. Sie entscheiden maßgeblich mit über den logistischen Prozess. Dieser erstreckt sich von der Warenverpackung und Warenbereitstellung in den Betrieben bis zu den vorher bedachten Anforderungen an die Fahrzeuge und ihrer benötigten Ladungssicherungseinrichtungen. Hier wird festgelegt, mit welchen Voraussetzungen sich dann der Fahrer zu beschäftigen hat (nach VDI-Richtlinie 2700a dürfen nur solche Personen mit Ladungssicherung betraut werden, die ausreichende Kenntnisse der Ladungssicherung haben, in der Durchführung ihrer Tätigkeit unterwiesen sind und ihre Befähigung nachgewiesen haben -regelmäßige Weiterbildung ist erforderlich).

Schulungsinhalte und Curricula für diese Zielgruppe im Rahmen der Ladungssicherung bestehen heute nur unzureichend bis überhaupt nicht, da weder die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten mit dieser Prozesskette zu Ladungssicherungsthemen verknüpft ist, noch eine breite Verankerung in der Kraftfahrweiterbildung stattgefunden hat. Darüber hinaus ist der Verantwortliche für den Logistikbereich oft nicht in der gleichen Organisationsebene mit dem technischen Leiter angesiedelt, was eine einheitliche Sichtweise ausschließt und die Verpackung an der Maschine unabhängig von der Transportart und dem Transportmittel zur Folge hat.

Hier bedarf es zukünftig mehrtägiger Schulungen zur Ladungssicherung mit praktischen Übungen, die auf die Besonderheiten der Betriebe, deren Fertigungsprozesse und den eingesetzten Fuhrpark abgestimmt sind.

Angebote für Fahrzeugführer von Fahrzeugen zum Kleintransport bis 3,5 to

Während sich der Gesetzgeber im Rahmen der Kraftfahraus- und -weiterbildung primär mit den Bus- und Kraftfahrern beschäftigt, gilt es für den Trägerverein Ladungssicherung e. V., die Zielgruppen der Fahrer von Kleintransportern, Kombis, VAN`s bis hin zu Zweirädern im Bereich der Ladungssicherung schulen und unterweisen zu können. Hier gilt es ebenfalls neue Standards in der Schulung und Anwendung von Ladungssicherungsmöglichkeiten zu setzen. Heute gibt es keine Fahrsicherheitsanlagen, die neben den klassischen Fahrsicherheitstrainings Angebote für den Kleintransport - vom Privatmann bis zum Handwerksbetrieb - im Rahmen der Ladungssicherung anbieten.

Angebote für zukünftige Ausbilder im Segment Ladungssicherung

Die wenigen "Train the Trainer-Angebote" für Ladungssicherung vermitteln eine mangelnde Standardisierung und oft eine fehlende Systematik. Zugangsvoraussetzungen werden nicht spezifiziert und selbst der Abschluss eines solchen Seminars wird nicht auf den Wissensstand der Teilnehmer hin überprüft. Folglich beruhen heute oftmals die Ausbildungsgrundlagen der Trainer auf unzureichenden theoretischen und praktischen Kenntnissen (gleiches gilt für die Fahrschullehrer). Eine Verunsicherung der Schulungssuchenden bis zur Frage der gesicherten Anerkennung dieser Ausbildung ist die Folge. Hier gilt es durch die Spezialisierung auf die Ladungssicherung eine europaweite Lücke zu schließen und den Bedarf an qualitativ gut ausgebildeten Trainern (zum Beispiel auch für ADAC, TÜV, DEKRA etc.) zu decken.

Angebote für Entscheidungsträger

In kleinen und mittelständischen Betrieben ist es oft der Inhaber selbst oder der für die Logistik Verantwortliche, der sich um Schulungsangebote zur Ladungssicherung kümmert. Angebote vom DVR bis zum VDI belegen diese Nachfrage. Sie sollten umso differenzierter sein, je mehr der Entscheidungsträger die Schlüsselposition der Ladungssicherung für sein Unternehmen erkennt und auch Möglichkeiten von der Kosteneinsparung bis zur Ablaufoptimierung vermittelt bekommen möchte (Hersteller von Fahrzeugen weisen die Entscheidungsträger vermehrt auf Zusatzprodukte bei den Fahrzeugen und Auflegern hin, die sich zur schnellen und formschlüssigen Sicherung der Ladung eignen). Hier bedarf es gesonderter Angebote. Eine stärkere Sensibilisierung der Verantwortlichen kann auch durch den Trägerverin Ladungssicherung e. V. in Zusammenarbeit mit Berufsgenossenschaften, Verbänden und Kammern geleistet werden und die Integration der Ladungssicherung in den Aufgabenbereich des Arbeitsschutzes mit vorangetrieben werden. Haftungsketten, Wettbewerbsverschärfungen im Versicherungs- als auch im Transportwesen, verstärkter trimodaler Transport und die Globalisierung der Märkte unterstreichen den notwendigen Aufbau dieser speziellen Beratungs-und Schulungsangebote.

Angebote für Privatleute/Endverbaucher

Gerade bei Menschen, die sich nicht beruflich mit Ladungssicherheit beschäftigen, ist eine grundsätzliche Unkenntnis der Kräfte, die auf ungesicherte Ladung wirken, und somit ein besonders sorgloser Umgang mit jeglicher Ladung zu beobachten. Hier ist ein deutlicher Aufklärungs-und Schulungsbedarf festzustellen, damit die Sicherung der Ladung als existenziell für die Sicherheit der Mitfahrer und der anderen Verkehrsteilnehmer wahrgenommen wird. Nach einem Ergebnis des Ladungssicherungstests des ADAC vom Juni 2009 erreicht ein Gegenstand bei 50 km/h bei einem Aufprall das 40fache seines Eigengewichts.

Weitere Zielgruppen

Gutachter, Polizisten, der Öffentliche Dienst, Versicherungsexperten, Anwälte sowie Fahrzeug(aufbauten)- und Ladungssicherungsprodukthersteller sollten auf allgemein verbindliche Schulungsgrundlagen zurückgreifen können (siehe Vorgaben der Berufsgenossenschaften), die sie heute nicht in komprimierter Form für ihren speziellen Fall finden können. Darüber hinaus besteht genereller Schulungsbedarf im Bereich der Ladungssicherung bei Personalverantwortlichen in den Unternehmen bis hin zu den Betriebsräten im Rahmen des Arbeitsschutzes. Verlader bei Containerterminals, Eisenbahnwagons bis hin zu Schiffs- und Flugzeugverladern als auch deren verantwortliche Führer sollten nach einheitlichen, aber auf ihre Belange hin zugeschnittene Schulungsinhalte unterrichtet werden können.

Aktuelles

Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung unter

Telefon: (02592) 973 01 16